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Brennwerttechnik

Noch tüchtig, aber mit zuviel Energie
Heizkessel sind nach 15 Jahren technisch veraltet

Altkessel sind manchmal fast unzerstörbar. Dieser Uraltkessel beheizte seit 1963 ein EFH im Raum Wildungen und hätte es noch weiter getan. Er ist noch intakt, aber technisch völlig veraltet. Seine Probleme: zu groß, zu heiß, zu schnell auskühlend, ungeregelt immer auf „Hochtemperatur“. Solche Kessel müssen ständig auf über 60 °C gehalten werden, der Heizraum ist der wärmste Raum im Haus. Da hilft auch die angebrachte Zusatzdämmung nicht viel (Foto).

Nach 15 Jahren sollten Heizkessel erneuert werden. Auch wenn sie noch rüstig aussehen, sind sie vom technischen Fortschritt hoffnungslos überholt. Der brachte seit 1963, als dieser Altkessel eingebaut wurde, viele energiesparende Neuerungen:
· Kompakte Kesselkörper,
· gut gedämmte Wandungen,
· Sparsamste und schadstoffarme Brenner,
· Moderne Regelungen, die Kessel und Umwälzpumpe schalten,
· Geringste Auskühlverluste durch den Brennraum in den Schornstein, wenn der Kessel „steht“,
· Niedrige Abgastemperaturen, sogar unter dem „Taupunkt“ beim Brennwertkessel. Fast die gesamte eingekaufte Energie wird hier in Wärme umgewandelt.
· Warmwasserbereitung nicht mehr mit Heizschlangen im Kessel, sondern mit gut gedämmten Speichern.

Unser Uraltkessel wurde endlich 2002 erneuert: Aus 34 kW wurden 18 kW Kesselleistung. Eingebaut wurde ein moderner Öl-Niedertemperaturkessel, sparsam und gut geregelt. Diese Technik schreibt der Gesetzgeber beim Austausch als Mindeststandard vor.

Der Ölverbrauch lag beim Altkessel mit 3200 Litern für das EFH recht hoch (22 Liter/m² und Jahr). Die Einsparung liegt erfahrungsgemäß bei 20 bis 30 %. Das zeigen ausgeführte Kesselerneuerungen, die das IMPULS-Programm Hessen und andere Institute untersucht haben. Aus dem 22 Liter-Haus wird ein 16 Liter-Haus werden. Und die Investition in diese Energiespartechnik ist wirtschaftlich: Heizkessel finanzieren sich durch die eingesparten Heizkosten selbst. Jährlich werden in diesem Fall ca. 800 Liter Heizöl oder 400 EUR pro Jahr eingespart, bei 6 % Energiepreissteigerung. Dies war die durchschnittliche jährliche Ölpreissteigerungsrate seit 1970.

Worauf Sie sonst noch achten sollten:
· Die Kesselerneuerung geht auch den Schornstein an. Ob er für die tieferen Abgastemperaturen geeignet ist, sagen Ihnen Heizungsbauer und Bezirksschornsteinfegermeister.
· Bauen Sie auch gleich eine stromsparenden Umwälzpumpe mit kleiner elektrischer Leistung ein. (WLZ berichtet darüber).
· Lassen Sie noch ungedämmte Heizungsrohrleitungen gleich mitdämmen. Im Heizkeller kommen schnell 5-10 m zusammen. Pro Meter verliert man 10-16 Liter Heizöl pro Jahr – ein teurer Wäschetrockner.
· Vor 1978 eingebaute Heizkessel sind „Fossilien“ und sollten sofort erneuert werden. Der Gesetzgeber schreibt hier einen Austausch bis zum 31.12.2006 vor – in selbstgenutzten Häusern bis 2 Wohnungen gilt dies erst ab Verkauf/Vererbung des Hauses. Wer jetzt schon handelt, erneuert garantiert zu geringeren Kosten gegenüber der „heißen Austauschphase“ in 2005/6.

Die Hessische Energiespar-Aktion berechnet Ihnen ein kostenloses Energiesparprogramm für Ihr Haus. Das zeigt z.B. die Einsparung durch Heizkesselerneuerung. Fordern Sie Ihren Fragebogen an bei der WLZ oder „Hessische Energiespar-Aktion“, Bezirksschornsteinfeger Harald Häussler, Am Linsenborn 14, 34516 Vöhl-Thalitter


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