Holzböden reparieren
Was Sie genau brauchen, ist hier aufgelistet:
- · Meißel oder Schraubendreher mit breiter Klinge, Holzkeil zum Entfernen der Sockelleisten
· Hammer und Versenker (Durchschlag) zum Versenken hervorstehender Nägel
· Nägel und Fertigparkett-Leim zum Befestigen loser Holzteilchen
· Besen, Schaufel und Staubsauger zum Reinigen des Bodens
· Ziehklinge zum Vorbereiten von Rand- und Eckbereichen
· Fugenkitt als Bindemittel für Füllmasse – falls erforderlich
· Stahlspachtel (nichtrostend) zum Verteilen von Füllmasse
· Roller und Verlängerungsstange oder Flächenstreichbürste/Pinsel zum Auftragen des Lackes
· Parkettlack-Grundierung und Versiegelungslack
· Fugendicht für breite Fugen und im Bereich von Sockelleisten und Türen
· Parkett-Polish, Schleifmaschinen und Schleifmittel
Alles das erhalten Sie in Ihrem Fachandel
Die Vorbereitung:
Vor der Renovierung des Holzbodens sollten Sie alle Gegenstände (Möbel, Teppiche, Vorhänge etc.) aus dem Raum entfernen.
Falls Maler- und Tapezierarbeiten anstehen ist es gut, wenn diese vor der Bearbeitung des Bodens beendet sind.
So vermeiden Sie, dass später die frisch versiegelte Oberfläche durch Farbe oder Kleister beschädigt wird.
Zuerst entfernen Sie die Sockelleisten. Dazu legen Sie einen Holzkeil zum Schutz an die Wand und schlagen einen Meißel oder einen breiten Schraubendreher zwischen Holzkeil und Sockelleiste.
Durch Hin- und Herbewegung des Werkzeuges wird die Leiste gelockert und kann schließlich von der Wand gezogen werden.
Im nächsten Schritt der Vorbereitungen müssen Sie den Boden gewissenhaft nach eventuell vorstehenden Nagelköpfen oder losen Holzteilchen überprüfen.
Nagelköpfe versenken Sie mit gezielten Hammerschlägen. Holzteile, die sich gelöst haben, kleben Sie mit Fertigparkett-Leim fest.
Danach reinigen sie den Boden mit einem Besen oder besser einem Staubsauger.
In jedem Fall sind jeweils mehrere Schleifgänge mit verschiedenen Schleifpapierkörnungen nötig.
Wie oft Sie schleifen müssen, hängt von der Größe und Anzahl der Überstände bzw. der Verschmutzungen und Unebenheiten ab.
Welche Körnung Sie bei welchem Schleifgang verwenden müssen, zeigt die kleine Tabelle.
Schleifgang | Parkett | Massivdielen |
1. Gang | Körnung 40 | Körnung 16 |
2. Gang | Körnung 60 | Körnung 24 |
3. Gang | Körnung 100 | Körnung 40 |
4. Gang | ------- | Körnung 60 |
5. Gang | ------- | Körnung 100 |
Die große Fläche des Raumes wird mit einer Walzenschleifmaschine geschliffen. Rüsten Sie die Schleifwalze zunächst mit einer groben Körnung aus.
Schließen Sie die Walzenschutzklappe, schalten Sie die Maschine ein und führen Sie das Gerät nun langsam nach vorne.
Dabei lassen Sie die Schleifwalze vorsichtig mit dem Handhebel ab.
Das Schleifen: Basisschliff in mehreren Schleifgängen
Um Schleifspuren zu vermeiden, ist folgendes wichtig:
Mosaikparkett oder in Würfeln verlegtes Parkett wird grundsätzlich diagonal zum Faserverlauf von links nach rechts geschliffen.
Da Sie die Schleifmaschine führen müssen, bleibt der Boden hinter der Maschine im Wandbereich ca. 1 Meter ungeschliffen.
Diese Fläche bearbeiten Sie anschließend noch einmal – in umgekehrter Richtung zur ersten Schleifspur.
Der Übergang muss unbedingt ansatzfrei geschliffen werden und sollte gegenüber dem Lichteinfall liegen.
So vermeiden Sie Schattierungen, die durch unterschiedliche Schleifrichtungen entstehen.
Führen sie die Maschine mit mäßigem, möglichst gleichbleibenden Tempo. Der Rückwärtsschliff sollte in der selben Spur erfolgen, wie der Vorwärtsschliff.
Der Richtungswechsel vom Vorwärts- zum Rückwärtsschliff sollte in den lichtarmen Bereichen des Raumes liegen.
Wenn das nicht möglich ist, müssen sie die sichtbaren Stellen an den Wendepunkten von Hand in der ursprünglichen Schleifrichtung nachbehandeln.
Unter keinen Umständen dürfen Sie mit rotierender, abgelassener Schleifwalze stehen bleiben oder die Richtung ändern.
Dadurch werden Vertiefungen eingeschliffen, die Sie insbesondere bei gröberer Körnung später nicht mehr beseitigen können.
Vor dem Endpunkt einer Schleifrich-tung müssen Sie die Schleifwalze rechtzeitig und langsam vom Boden abheben.
Sind noch Unebenheiten sichtbar, müssen Sie noch zusätzlich mit der selben Körnung rechtwinklig bis zum vorhergehenden Schliff schleifen und einen weiteren Schleifgang mit der selben Körnung durchführen.
Dieser erfolgt rechtwinklig zum vorher beendeten Schliff. Den letzten Schliff führen Sie mit der feinsten Körnung in Richtung des Lichteinfalls durch.
Bitte beim Schleifen beachten: Staubsack entleeren, wenn er bis zur gekennzeichneten Linie (Full-Line) gefüllt ist. So haben Sie die höchsten Absaugleistung.
Das Schleifen: Basisschliff der Ränder und Ecken
Nachdem Sie die große Fläche des Raumes fertig geschliffen haben, nehmen sie die Randschleifmaschine zur Hand.
Spannen Sie eine Schleifscheibe mit der Körnung 40 auf den Schleifteller und beginnen Sie dann die Randstreifen zu schleifen, die Sie vorher mit der Walzenschleifmaschine nicht erreichen konnten.
Führen Sie dabei die Maschine ohne zusätzlichen Druck in kreisförmigen Bewegungen und achten Sie darauf, dass diese immer in Bewegung ist, da sonst unerwünschte Schleif- oder gar Brandspuren entstehen können.
Nachdem die Ränder mit der Körnung 40 vorgeschliffen sind, machen Sie den Feinschliff mit der Körnung 60 und 100.
Beachten Sie, dass Sie einen übergangslosen Schliff zwischen den Rändern und der Fläche bekommen.
Hinweis für Besitzer von Dielenböden: Für die Aufbereitung alter Dielenböden müssen nach dem ersten Schliff mit Körnung 24 alle Uneben-heiten, Schmutz-, Lack-, Wachs-, Klebestoff- und Ölrückstände beseitigt sein.
Ist der Dielenboden eben, können sie alle Schleifgänge parallel zum Dielenverlauf ausführen. Ist der Dielenboden jedoch uneben, schleifen Sie beim Basisschliff diagonal zum Dielenverlauf.
So egalisieren Sie Unebenheiten, deren Ursachen am Unterboden oder an ungleichen Holzstärken liegen können.
Das Schleifen: Schließen von Rissen und Fugen
Bevor Sie mir dem letzten Schliff beginnen, überprüfen sie die Oberfläche des Fußbodens nach Rissen, die oftmals erst nach dem Schleifen sichtbar werden.
Diese Risse oder Fugen gilt es vor dem Feinschliff auszufüllen. Als Füllmasse verwenden sie eine Mischung aus Schleifstaub des letzten Schliffes (Korn 100) und als Bindemittel empfehlen wir Fugenkitt.
Vermengen sie beide im Mischverhältnis 1:1 bis 1:5. Diese Füllmasse hat annähernd den selben Farbton wie die Holzoberfläche.
Zum Ausfüllen der Risse verteilen Sie die Füllmasse mit einem flachen Stahlspachtel (rostfrei) gleichmäßig auf der gesamten Fläche des Fußbodens.
Nach einer Abbindzeit von ca. 30 Minuten können Sie dann mit dem letzten Schliff beginnen.
Der Feinschliff ist der letzte Schliff mit der Walzenschleifmaschine von der Grundierung und Versiegelung des Bodens.
Jetzt werden die letzten Unebenheiten, vor allen Dingen die Überstände, die durch Füllmasse und Fugendicht entstanden sind, eingeebnet.
Falls Sie Ihren Boden besonders perfekt herrichten wollen bietet es sich an, einen Feinschliff (Korn 100) mit der Einscheibenschleif und –poliermaschine durchzuführen.
Dabei ist zu beachten, dass die Maschine gleichmäßig und nicht zu schnell über den Boden geführt wird.
Das Versiegeln
Nach dem letzten Schleifgang reinigen Sie die bearbeitete Oberfläche gründlich mit dem Staubsauger.
Dabei müssen Ihre Schuhe sauber sein, damit keine Flecken oder Kratzer entstehen können.
Wenn kein Staub mehr auf der Oberfläche ist, können Sie mit dem Grundieren beginnen.
Tragen Sie die Parkettlack-Grundierung mit einer Streichbürste oder Rolle auf.
Nach ca. 2 Stunden Trockenzeit kann der Decklack aufgetragen werden.
Wichtig: Sollte die Rolle auch für das Aufbringen des Decklacks verwendet werden, muss sie sorgfältig gereinigt werden. Wasser genügt.
Tragen Sie den Versiegelungslack mit einer Flächenstreichbürste oder mit dem Roller gleichmäßig so auf, dass Sie für einen Quadratmeter ca. 100-120 g (bei 10m² benötigen Sie 1 Liter pro Anstrich) Lack benötigen.
Diese Menge erzielen Sie in der Regel mit einem Roller ohne Druck auf den Boden.
Sie beginnen mit der Versiegelung auf der Seite des Lichteinfalls und arbeiten vom Licht weg.
So können Sie die versiegelte Fläche ständig beobachten und eventuelle Fehlerstellen sofort nacharbeiten.
Streichen oder rollen Sie den Versiegelungslack in Streifen von ca. 1,5 m auf der gesamten Raumbreite aus; achten sie darauf, dass die Oberfläche vor Staub geschützt wird.
Nach einer Trockenzeit von 3 Stunden bringen Sie auf gleiche Art und Weise den zweiten Anstrich auf.
Dieser Anstrich muss ebenfalls ca. 3 Stunden trocknen.
Wenn Sie eine besonders schöne Oberfläche haben wollen, empfehlen wir einen Zwischenschliff vor dem Auftrag der letzten Lackschicht.
Für diese Arbeit benötigen sie eine Einscheibenschleif und –poliermaschine mit Schleifpapier oder Schleifgitter in Körnung 120. Danach muss die Oberfläche matt sein.
Bevor Sie nun mit der letzten Versiegelung beginnen, saugen Sie den beim Zwischenschliff entstandenen Staub gründlich ab und achten sie darauf, dass kein Staub aufgewirbelt wird,
der sich später auf der neu versiegelten Oberfläche absetzen könnte.
Nun wischen Sie mit einem feuchten faserfreien Tuch den ganzen Boden auf.
Den zweiten Versiegelungsanstrich führen sie genauso durch wie den ersten. Soll die Holzoberfläche besonders widerstandsfähig werden, können Sie noch ein drittes Mal versiegeln.
Vermeiden Sie während der Versiegelungsarbeiten eine direkte Sonnenbestrahlung der bearbeiteten Fläche, weil dies unter Umständen zu einer Blasenbildung im Versiegelungslack führen kann.
Eine gute Belüftung verkürzt die Trockenzeit des Versiegelungslackes – vermeiden Sie aber Zugluft.
Das Reinigen und Pflegen: Werterhaltung des Bodens
Lassen Sie die frische Versiegelung acht bis zwölf Stunden austrocknen, bevor Sie den Boden begehen und strapazieren Sie das Parkett die ersten 14 Tage möglichst wenig.
Stellen Sie die Möbel vorsichtig, ohne zu schieben, und legen Sie noch keine Teppiche aus. Verwenden Sie Filzgleiter und richtige Stuhlrollen.
Mit der Pflege beginnen Sie erst nach 2-3 Wochen. Die versiegelten Parkett-, Dielen- und Holzpflasterböden reinigen sie mit einem Mopp, Haarbesen oder Staubsauger.
Für leichte Trittspuren und haftenden Schmutz verwenden Sie einen leicht angefeuchteten, gut ausgewrungenen Lappen – auf keinen Fall Stahlwolle oder Stahlspäne,
da so Feuchtigkeit und Staub eindringen könnte.
Parkettreinigungsmittel geben Parkett- und Holzböden einen hohen Schutz. Für die verschieden beanspruchten Böden gilt folgende Regel:
· Mäßig beanspruchte Böden in Wohnungen, je nach Bedarf, etwa alle zwei Monate.
· Mittelstark beanspruchte Böden (Korridore, Büroräume) alle zwei bis vier Wochen.
· Stark beanspruchte Böden (Treppen, Ladengeschäfte) alle acht bis vierzehn Tage. Meistbeanspruchte Stellen vor Türen, Aufzügen uns auf Korridoren evtl. häufiger pflegen
Herausgeber
Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.
Redaktion
Ulfilas Müller-Bremer, Bona GmbH; Parkett & Co.
Bildnachweis
Bona GmbH
Hinweis
Wir verweisen auf die technischen Anleitungen der Hersteller
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