Der Keller und das Fundament

Grundsätzlich (Ausnahme Hochwassergebiete) empfiehlt sich der Bau eines Kellers. Haben Sie einmal darauf verzichtet, meist aufgrund der Geldersparnis, lässt sich diese Entscheidung lässt nie mehr korrigieren. Bei einem Wegfall ist weiterhin zu bedenken, dass Sie meist überirdische Ausgleichsflächen schaffen. Diese sind, gerade in Ballungsräumen aufgrund der hohen Grundstückspreise, ebenfalls einen nicht unerheblichen Preis haben. Außerdem: Immobilien ohne Keller sind meist schwer verkäuflich. Die Planung Ein Keller, der nur als Abstellfläche dient, ist heute zu teuer. Planen Sie in Ihrem Baumanager (Raumprogramm) den gewünschten Keller. Vielleicht ergeben Ihre Planungen, dass Sie nur einen Teilkeller benötigen und nicht das gesamte Haus unterkellern müssen. Fehlende Nutzungsüberlegungen führen oft zu nachträglichen teuren Änderungen. Sanitäre Einrichtungen, Durchführung von Wasser, Gas und Telekommunikation wollen bedacht sein.

Die Verwendung Ihres Kellers beeinflusst auch die Beleuchtung. Achten Sie darauf, dass ausreichend Lichtschächte vorhanden sind. Vor allem für Büros und Hobbyräume.
Wer einen Keller sein Eigen nennt, sollte sich auch mit der örtliche Kanalisation beschäftigen. Immer wieder ist zu hören, dass diese bei starken Niederschlägen die Wassermenge nicht aufnehmen konnte.
In Folge dessen lief der der Keller voll. Der Einbau eines Rückstauventils schafft hier Abhilfe.
Je nach Lage/Höhe des Kanalisationsanschlusses benötigen Sie eine Hebeanlage, die abfließendes Wasser (Waschmaschine etc.) einleitet.

Fragen Sie einen örtlichen Erdbauer nach den regionalen Besonderheiten wenn es in die Tiefe geht.
Manch einer wurde von einem felsigen Untergrund oder hohem Grundwasser überrascht.
Diese regionalen Eigentümlichkeiten beeinflussen die Bauweise und damit den Kostenaufwand.

Baugrunduntersuchung

Eine Überprüfung der Grundwasserverhältnisse und der zulässigen Bodenpressungen sind vor Baubeginn unerlässlich. Diese Festlegung der Feuchtebelastung erfolgt entsprechend DIN 18195 (Bauwerksabdichtungen). Unabhängig von der Bauweise sollten Sie zwei Anforderungen besonders beachten:

A)     Welchen Anforderungen genügt die Abdichtung oder sollte Sie zukünftig genügen? Fragestellung: Finden Sie im Boden normale Erdfeuchte, nichtdrückendes Wasser oder drückendes Wasser vor ?
B)     Ist die Außenhülle (incl. Keller) komplett von außen wärmegedämmt?

Eine innenseitige Dämmung, die zwischen Kellerdecke und Erdgeschoß angebracht wird, findet man heute noch immer. Diese sollte allerdings vermieden werden, denn die Kostenvorteile sind gering und werden durch die
Vorteile einer kompletten außenseitigen Dämmung aufgehoben. Der Baukörper wird komplett außenseitig eingepackt. Der Keller hat somit, bei ausreichender Belichtung, Wohnraumqualität.
Geringe Temperaturunterschiede im Baukörper geben Schimmel keine Chance.

Bauweisen

Das Mauerwerk als Kalksandstein, Leichtbetonsteine und Wärmedämmziegel kommt hier gleichermaßen zum Einsatz. Besonderes Augenmerk ist auf die Außenabdichtung zu legen.
Es kommen Bitumenprodukte bzw. Polymerbitumenprodukte zum Einsatz, die als Bahnen verklebt werden.
Auf dem Vormarsch befindet sich der Betonfertigkeller, der aus Fertigteilen besteht und somit aufgrund der Vorfertigung meist eine hohe Erstellungsqualität hat. Fragen Sie nach Referenzen.
Sonderformen weiße Wanne: Fürchten Sie eindringendes Wasser, so empfiehlt der Bau eines Kellers als weiße Wanne/WU-Beton (wasserundurchlässiger Beton).
Durch Verwendung von Beton nach DIN 1045 wird der Keller wasserundurchlässig, und unterliegt höheren Anforderungen bei der Bewehrung, der Rissbildung, der Fugenabdichtung und der Trocknung des Betons.
Fragen Sie den Kellerbauer nach einem Test der Kellerdichtigkeit.
Dränage/ Entwässerung: Je nach Gegebenheiten vor Ort ist sinnvoll eine Drainage zu verlegen. Eine Dränage hat die Aufgabe Wasser vom Außenmauerwerk abzuführen,
bzw. den Baukörper umgebende feuchte Böden zu entwässern.
Bestandteile der Drainage: Vorfluter, vertikale Flächendränage, die Ringdränage incl. Kontroll- und Spülschächte. Die Bemessung der Dränage erfolgt nach DIN 4095